Allgemeine Daten
Durchmesser : 142 984 km
Masse : 18.99 Trillionen t
Dichte : 1.33 g/cm3
Entfernung : 778.3 Mill. km
Umlaufszeit : 11.86 Jahre
Rotationszeit : 9h 55m
Aufbau des Jupiter
Der Jupiter ist der grösste Planet in unserem Sonnensystem. Er ist ein sogenannter Gasriese und besteht zu 90 % aus Wasserstoff und 10% aus Helium. In Spuren kommen ebenfalls Ammoniak, Wassereis und Methan vor. Etwa 57000 km unter der Wolkendecke besitzt der Planet einen festen, felsigen Kern, der aus Silikaten besteht. Dieser hat in etwa die 15-fache Erdmasse. Hier herrscht ein extrem hoher Druck und Temperaturen von über 20.000 Grad. Im Juli 1995 wurde eine Atmospähren - Probe von der Raumsonde Galileo in die Planetenhülle geschickt. Nachdem die Sonde genügend abgebremmst wurde, entfaltete sich ein Fallschirm. An diesem gleitete die Sonde durch die Atmosphäre und sammelte dabei wissenschftlich Daten über Dichte, Strahlung und Wetter. Nach 60 - 80 Minuten wurde die Sonde durch den extremen Druck von 25 Atmosphären zerstört.
Die Ringe des Jupiter
Die Ringe bestehen vermutlich aus ganz kleinen, feinen Staubteilchen. Sie sind extrem schwarz und reflektieren nur 5% des Sonnenlichtes. Die Herkunft dieser Teile wurde vor einigen Jahren von der Raumsonde Galileo gefunden. Der Staub stammt von kleinen Jupitermonden, die den Planeten umkreisen. Diese Trabanten werden permanent von Asteroiden getroffen und liefern dadurch das Ringmaterial. Der Jupiter besitzt mehrere solche Ringe. Der hellere, innere Hauptring besteht aus Material der Monde Adrastea und Metis. Daran anschliessend gibt es zwei weitere, feine Ringe, deren Staub von den Monden Thebe und Amalthea stammt. Der äusserste Ring ist hauchdünn und umkreist den Jupiter in engegengesetzer Richtung. Er ist eventuell durch eingefangenen, interplanetaren Staub entstanden. Die Raumsonde Galileo hat als letzte diese Ringe durchflogen.
Der grosse rote Fleck
Der grosse rote Fleck ist schon seit über 300 Jahren bekannt. Es handelt sich dabei um einen gewaltigen Wirbelsturm in der Jupiteratmosphäre. Er ist mit seinen Ausmassen von etwa 26000 x 13000 km um einiges grösser als unser Heimatplanet, die Erde. Seine Wolken sind etwa 20 - 40 km dick und bestehen wohl aus Ammoniak und Eis. Innerhalb des Flecks wirbeln die Wolken innerhalb von 6 Tagen einmal herum. Aus schriftlichen Aufzeichnungen lässt sich ableiten, dass der Wirbelsturm früher grösser war als heute.
Es gibt Ueberlegungen, ob sich in den oberen Schichten der Jupiteratmosphäre Leben entwickelt haben könnte. Diese ballonartigen Wesen würden dann vom Wind getragen durch die Atmosphäre des Jupiters gleiten. Aber wie gesagt, es handelt sich um reine Spekulationen, die wissenschaftlich absolut nicht untermauert sind.
Jupiter Monde
Der Jupiter ist der grösste Planet in unserem Sonnensystem. Gleichermassen hat er auch die meisten bekannten Monde um sich versammelt. Bis heute wurden 39 Monde gefunden. Darunter 11 Monde die erst vor kurzem an der Universität von Hawaii entdeckt wurden. Diese sind mit geschätzten Durchmessern von 2 - 4 km sehr klein. Wahrscheindlich wurden sie in der Frühzeit unseres Sonnensystems eingefangen. Die Wissenschaftler entdeckten die zahlreichen Monde mit dem 3,6 m CFH-Teleskop und dem 88" Teleskop von der Universität von Hawaii. Beide Beobachtungsinstrumente befinden sich auf dem Mauna Kea, Hawaii. Bereits in einem kleinen Amateur - Teleskop zeigen sich die 4 grössten Jupitermonde IO, Ganymed, Callisto und Europa. Diese wurden bereits 1610 von dem italienischen Gelehrten Galileo Galilei entdeckt und untersucht.
Callisto
Der Trabant umkreist seinen Heimatplaneten in einer Distanz von 1,883,000 km in etwa 16.7 Tagen. Callisto ist mit einem Durchmesser von ca. 4800 km der
3. grösste Mond in unserem Sonnensystem. Er ist fast so gross wie der Planet Merkur. Er ist der äusserste von den 4 Galileischen Monden und hat mit 1.86 g/cm3 die kleinste Dichte. Er besitzt einen Kern aus Fels, der von einem Mantel aus Eis umgeben ist. Der Mond hat die dunkelste Oberfläche der grossen Jupitermonde, ist aber dennoch doppelt so hell wie unser Erdenmond.
Die Oberfläche von Callisto ist von unzähligen Kratern überzogen. Es handelt sich um eine tote Welt. Seine Oberfläche zeigt fast keinerlei geologishe Aktivitäten. Mit einem Alter von etwa 4 Milliarden Jahren hat Callisto die älteste Oberfläche in unserem Sonnensystem.
Ganymed
Ganymed ist mit einem Durchmesser von 5268 km grösser als Merkur und Pluto. Das macht ihn zum grössten Mond in unserem Sonnensystem. Würde er die Sonne als unabhängiger Körper umkreisen, müsste man ihn als Planeten bezeichenen. Er hat eine Dichte von 1.94 g/cm3 und umrundet den Jupiter in 7.15 Tagen in einem Abstand von 1,070,000 km.
Sehr wahrscheindlich besitzt der Mond einen felsigen Kern der von einem Mantel aus Eis, Wasser und Silikaten umgeben ist. Die Kruste besteht wohl aus aus einer dicken Schicht aus Wassereis und Felsen.
Von der Raumsonde Galileo wurde ein magnetisches Feld gefunden. Das Hubble Weltraum Teleskop hat ausserdem wie auf Europa eine dünne Atmosphäre aus Sauerstoff gefunden. Verglichen mit der Erde wäre der Luftdruck etwa so gross wie in einer Höhe in der die Space Shuttles operieren.
Ganymed hatte eine komplexe geologische Vergangenheit. Auf seiner Oberfläche finden sich Täler, Berge, Krater und Lava-Flüsse. Man kann dunkle und heller Regionen unterscheiden. Vor allem die dunklen sind von zahlreichen Kratern bedeckt.
IO
IO hat einen Durchmesser von 3630 km. Er umkreist den Planeten in einer Entfernung von 421,600 km. Für einen Umlauf benötigt IO 1.77 Tage. Die Dichte beträgt 3.57 g/cm3. Der Mond besteht aus einem 2 Schichten Aufbau. In der Mitte ist ein dichter, metallischer Kern, wahrscheindlich aus Eisen und Eisensulfid. Darüber legt sich der Mantel, welcher aus teilweise geschmolzenem Fels besteht.
Auf der Oberfläche gibt es keine Krater. Sie ist vielleicht
1 Million Jahre jung und ist stetigen Veränderungen und Umwandlungen unterworfen. Diese werden durch die starken vulkanischen Aktivitäten und zahlreichen Lavaflüssen aus Schwefel hervorgerufen. Das Terrain ist ziemlich flach. Es gibt kaum Erhebungen die höher als 1 km sind. Es wurden aber auch Berge entdeckt, die sich bis zu 9 km in die Höhe erstrecken.
Beide Raumsonden, Voyager und Galileo haben hunderte von Vulkanen entdeckt, welche teilweise noch sehr aktiv erscheinen. IO ist vulkanisch der aktivste Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Seine Eruptionen werfen Schwefel in bis zu 300 km Höhe.
Die dünne Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Schwefeldioxid.
Europa
Europa hat einen Durchmesser von 3138 km und ist somit der grösste der galileischen Monde. Seine Rotationsperiode beträgt 3.5 Tage. Der Kern besteht wohl aus Metall, gefolgt aus einem Gesteins und Wassereismantel mit anschliessender Wassereiskruste. Es gibt starke Hinweise die darauf hindeuten, dass es unter der Kruste einen teilweise flüssigen Ozean aus Wasser gibt. Dieser könnte nach Angaben der NASA bis zu 50 km tief sein, evtl. noch tiefer. Die Oberfläche des Mondes besitzt fast gar keine Krater. Es könnte sein, dass die Asteroiden, die auf dem Eispanzer aufschlagen, "sofort" von Wassereis und Matsch umgeben werden und somit allmählich von der Bildfläche verschwinden. Das lässt darauf schliessen, dass sich die Oberfläche einem stetigen Wandel unterzieht. Es gibt zahlreiche Rillen, Risse und Furchen an der Oberfläche. Diese könnte dadurch entstanden sein, dass der Eispanzer aufgebrochen ist. Es gibt Bilder von der Raumsonde Galileo, die man als Eismatsch an einer aufgebrochenen Oberfläche interpretieren könnte.
1995 wurde mit Hilfe des "Hubble Space Teleskop" eine extrem dünne Atmosphäre aus molekularem Sauerstoff gefunden.
Leben auf Europa ??
Sollte es tatsächlich einen Ozean aus flüssigem Wasser auf Europa geben, wüde dies den Mond zu einem der besten Kandidaten für mögliches Leben ausserhalb der Erde machen. Wasser in flüssiger Form ist eine Grundvoraussetzung für das Entstehen von uns bekanntem Leben. Natürlich braucht es noch andere wichtige Elemente wie zum Beispiel Wärme, die zur Entstehung von Leben fürhren, aber die Natur ist ja bekanntlicherweise sehr anpassungsfähig und erfinderisch. Es wurde auch auf der Erde Leben an Orten gefunden, wo man es wohl niemals erwartet hätte. Zu Beispiel entdeckte man in den Tiefen unserer Ozeane Lebensgemeinschaften, die auf der Basis von chemosynthetischer Basis beruhen.
In den kommenden Jahren soll die Europa-Orbiter-Mission mit Ziel Europa gestartet werden. Mit an Bord wird sich ein sogenanter Hydrobot befinden, welcher sich durch den Eispanzer bohren und in den Tiefen des Europa - Ozeans nach möglichem Leben suchen wird.
Jupiter News !!!
21. September 2003
Am Sonntag dem 21 September 2003 enedete die erfolgreiche Galileo Mission der Nasa.
Um 11:57 a.m. Pacific Daylight Time trat die Sonde in die dichte Atmsophäre des Planeten ein. Die Deep Space Network Tracking Station in Goldstone Californinen erhielt das letzte Signal um 12:43:14 PDT.
Die Raumsonde hat unglaublich wertvolle Daten über den Jupiter und seine Monde gesammelt. Eigentlich endete die Hauptmission vor 6 Jahren, nachdem Galileo das Jupiter System 2 Jahre lang intensiv erforscht hatte. Danach wurde die Mission noch 3 mal verlängert.
Die NASA hatte die Sonde auf einen Kollisionskurs mit Jupiter programmiert, weil der Sonde der Hydrazin-Treibstoff ausging. Man wollte auf alle Fälle verhindern, dass das Raumschiff ausser Kontrolle geraten und auf den Eismond Europa stürzen würde. Da dieser Mond ein potentieller Kandidat für primitives , bakterielles Leben ist, musste unbedingt eine Kontamination durch mitgebrachte, irdische Bakterien verhindert werden.